Vision Zeitreise – Tatsächlich im Bereich des Möglichen?

Eine der spannendsten physikalischen Fragen, die wir uns seit Jahrhunderten stellen, ist die nach der Möglichkeit von Zeitreisen. Wäre es nicht fantastisch, zu sehen, wie sich die Menschheit in den nächsten 500 oder 1000 Jahren entwickelt?

Aber sind Zeitreisen möglich? Ja, das sind sie. Genau genommen wurden bereits Zeitreisen durchgeführt: Im Jahre 1971 fand die erste wissenschaftlich begleitete Zeitreise in die Zukunft statt. Damals flogen die amerikanischen Physiker Joseph Hafele und Richard Keating mit Linienflugzeugen ostwärts einmal um die Welt. An Bord hatten sie vier präzise Atomuhren. Nach ihrer Rückkehr verglichen sie diese mit einer ortsfesten Uhr im U.S. Naval Observatory in Washington: Die Uhren, die auf dem Flug dabei waren, gingen alle nach. Die Zeit auf dem Boden war also schneller vergangen als die Zeit für die Passagiere in der Luft. Zwar nur 60 Nanosekunden aber prinzipiell kann man sagen, dass die Physiker bei ihrer Landung in der Zukunft angekommen sind.

Dieser Effekt lässt sich natürlich theoretisch um ein Vielfaches steigern. Wenn beispielsweise ein Astronaut mit annähernd Lichtgeschwindigkeit zu einem mehrere Lichtjahre entfernten Stern fliegen würde, wäre er nach seiner Rückkehr auf die Erde um mehrere Jahre jünger als sein auf der Erde verbliebener Zwillingsbruder, da die Zeit innerhalb des Raumschiffs durch die Bewegungsgeschwindigkeit viel langsamer vergeht und der Astronaut nur um ein paar Tage gealtert ist. Allerdings käme der Astronaut nie wieder zu dem Zeitpunkt zurück, als beide Zwillingsbrüder noch gleich alt waren. Den Umstand, dass die Zeit, wenn man sich in Bewegung befindet, langsamer vergeht, beschreibt Einsteins spezielle Relativitätstheorie. Er ermöglicht Menschen – rein theoretisch – tatsächlich Reisen in kommende Jahrhunderte, Jahrtausende und sogar Jahrmillionen.

Allerdings besagt diese spezielle Relativitätstheorie auch, dass man sich in der Raumzeit nur vorwärts bewegen kann. Also keine Reisen in die Vergangenheit möglich sind.

Kommt jedoch die Gravitation ins Spiel, greift die allgemeine Relativitätstheorie, in der eine Krümmung der Raumzeit theoretisch möglich wäre und dadurch auch eine Reise in die Vergangenheit. Allerdings würde dies den Bau einer absurd großen Vorrichtung voraussetzen. Etwa eines Zylinders mit unendlicher Breite, welcher ähnlich wie eine Zentrifuge, sehr schnell rotiert. Dieser Zylinder würde an seinem Rand die Raumzeit so verbiegen, dass dort eine „geschlossene zeitartige Kurve“ entstehen könnte, an deren Ende sich der Zeitreisende in der Vergangenheit wiederfinden würde.

In diesem Zusammenhang haben Wissenschaftler 1992 Schwarze Löcher entdeckt, die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften die Entstehung von „geschlossenen zeitartigen Kurven“ erlauben. Also sind Zeitreisen zumindest in der Theorie in beide Richtungen möglich. Allerdings entsteht bei der Zeitreise in die Vergangenheit das Großvater-Paradoxon: Sollte jemand mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen und seinen eigenen Großvater im Kindesalter umbringen, würde dies zu einem logischen Widerspruch führen. Denn dann hätte sein Großvater nicht seinen Vater und dieser nicht den Zeitreisenden zeugen können, der wiederum nicht auf die Reise hätte gehen können, um seinen Großvater umzubringen.

Dass Zeitreisen in die Vergangenheit jemals Realität werden, dagegen spricht aus Sicht von Physiker Stephen Hawking eine relativ simple Tatsache:  Nämlich der Fakt, dass „wir noch nicht überrannt worden sind von einer Horde von Zeit-Touristen“. Irgendwie beruhigend, nicht?

// Peggy

Die Quellen für diesen Beitrag findest Du hier.

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