Prognose – Das Leben in der Zukunft

Unser Ende scheint nah: Klimawandel, Weltwirtschaft und Kriege bieten immer mehr Möglichkeiten, an ein baldiges Ende der Menschheit zu glauben. Das menschliche Gehirn ist perfekt darin, mögliche Gefahren zu entdecken. Allerdings ist es nicht so gut darin, auch gute Nachrichten wahrzunehmen.

Vorhersagen, wie unsere Zukunft aussehen wird, werden seit vielen Jahrzehnten regelmäßig gemacht. Die Forscher, die bereits bestehende Techniken in die Zukunft verlängert und weitergedacht haben, lagen dabei fast immer richtig. Die Frage ist also, wo wir schon einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.

Medizin

Enterprise-Fans beispielsweise können sich vielleicht noch an den sogenannten „Tricorder“ erinnern. Mit dem piepsenden Diagnosegerät hat „Pille“, der Schiffsarzt der „Enterprise“, berührungslos seine Patienten untersucht. In Zukunft werden wir über ein ähnliches Gerät verfügen, wenn die Forschung so weitermacht. Die gewaltigen Computertomografen werden auf die Größe von Smartphones zusammenschrumpfen und zum wichtigsten Utensil der Alltagsmedizin.

Auch wird der Mensch seine Lebenszeit in naher Zukunft dramatisch verlängern. Ein wichtiger Schlüssel dazu ist die Entschlüsselung der menschlichen DNA. Bereits um das Jahr 2050 kann es möglich sein, den eigenen Alterungsprozess aktiv zu steuern, indem defekte Gene schneller repariert werden, wodurch das Leben der Zellen verlängert wird. Um unsere Jugend in Zukunft länger zu erhalten, sind fünf Punkte wichtig, an denen derzeit intensiv geforscht wird:

1. Die Züchtung gesunder Organe, die erkrankte Organe ersetzen können.
2. Die Anregung des Selbstheilungsprozesses von erkrankten Zellen.
3. Die gezielte Aktivierung von Genen, die den Alterungsprozess verlangsamen.
4. Ein gesünderer Lebenswandel.
5. Die frühe Erkennung von Krebs.

DNA

Doch würde unsere Erde nicht unter der Last der Menschen zusammenbrechen? Laut der Forscher werden die Menschen der Zukunft wahrscheinlich viel weniger Kinder bekommen. Das ist heute schon in Europa und Japan der Fall. Das stärkste Verhütungsmittel der Welt sei laut der Forscher der Wohlstand. Die Weltbevölkerung wird vermutlich nicht ewig rasant weiterwachsen, sondern sich im Jahr 2100 auf dem Niveau von etwa elf Milliarden Menschen stabilisieren.

Auch Bill Gates, Mitbegründer von Microsoft, ist dieser Meinung: „Das Beste, was man tun kann, um das Bevölkerungswachstum zu bremsen, ist, den Gesundheitszustand der betreffenden Menschen zu verbessern. Da, wo die Leute gesünder werden, bekommen sie innerhalb einer halben Generation auch weniger Kinder.“ Wenn wir in Zukunft bereit wären, gentechnisch veränderte Lebensmittel zu akzeptieren, wird die Nahrung für die 11 Milliarden Menschen auch gesichert sein.

In der Zukunft wird jeder Tag mit einem automatischen Gesundheitscheck beginnen. Der menschliche Körper wird von Sensoren gescannt, sobald man vor dem Badezimmerspiegel steht. Von besonderem Interesse ist dabei das Gen p53. An knapp der Hälfte aller häufigen Krebsarten ist eine Mutation an diesem Gen beteiligt. Sollte es Hinweise auf Krebs geben, werden sofort Nanopartikel in den Körper injiziert, die die Krebszellen direkt ausschalten.

Nach der Morgentoilette erhalten wir in Zukunft direkt detaillierte Informationen über unseren Gesundheitszustand. Sollte ein Organ erkrankt sein, wird ein neues bestellt, gezüchtet aus den eigenen Zellen. Der Mediziner ist ein intelligentes Computerprogramm, das jede Krankheit diagnostizieren kann. Besser als jeder menschliche Arzt. Außerdem ist es bereits gelungen, mithilfe von Stammzellen Fingerspitzen nachwachsen zu lassen, die abgeschnitten waren. Auch konnten bisher bereits menschliche Ohren, Finger, Harnröhren und Herzklappen im Labor gezüchtet werden. Bei der Züchtung komplexer Organe wie der Niere könnte in Zukunft auf das 3-D-Druckverfahren zurück gegriffen werden.

Sonne

Energie

Zum Ende diesen Jahrhunderts werden wir die Energie der Sonne anzapfen. Satelliten sollen in der Umlaufbahn die Sonnenstrahlung auffangen, bündeln und dann auf die Erde schicken. Schon jetzt spricht technisch nichts gegen diese Technik. Nur die hohen Kosten, um Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen, sind das Problem. Eine andere Hoffnung ist drastische Energieeinsparung. Der größte Teil unserer Energie wird heute dazu verwendet, Reibungskräfte zu überwinden. Reibung zwischen Straßenbelag und Rädern, zwischen Karosserie und Luft. Durch Magnetismus wäre das anders. Einmal angeschoben, gleiten sie widerstandslos über den Boden, wenn auch der Luftwiderstand bleibt. Der Energieverbrauch würde drastisch sinken.

Ab 2030 soll auch umweltfreundliche Kernfusion Realität werden und Mitte des Jahrhunderts sollten wir dank einer Kombination aus Kernfusion, Sonnenenergie und erneuerbaren Energien die Erderwärmung stoppen können. Forscher des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums haben ausgerechnet, dass der Energieverbrauch der Welt für alle Zeiten gedeckt wäre, wenn wir es schaffen würden, die Energie der Sonnenstrahlung anzuzapfen, die die Wüste in Nordafrika jeden Tag abbekommt. Afrika wäre auf einen Schlag größter Energieexporteur der Welt.

Technik

Unsere Umgebung wird intelligent. Ein Raum wird bemerken, wenn wir ihn betreten, und er wird dafür sorgen, dass an den richtigen Stellen das Licht angeht und eine vernünftige Temperatur herrscht. Computer werden unsichtbar und lautlos unsere Befehle ausführen, weil wir sie mit unseren Gedanken steuern.
Unsere Telefonate werden durch 3D-Hologrammpräsenz ersetzt. Unser Gesprächspartner kann so virtuell mit uns an einem Tisch oder auf der Couch sitzen. Ein Universalübersetzer sorgt dafür, dass alle Menschen auf der Welt miteinander kommunizieren können.

Mitte des Jahrhunderts wird vermutlich genügend Rechenleistung zur Verfügung stehen, um das menschliche Gehirn zu simulieren. Auch die Nanotechnologie birgt phantastische Möglichkeiten: Mit ihrer Hilfe könnten wir am Ende der Entwicklung unsere Umgebung komplett selbst bestimmen, indem wir die Materie mit unseren Gedanken programmieren. Unsere Möbel formen sich von selbst nach unseren Vorstellungen. Wenn die Waschmaschine defekt ist, schreibt das Programm einfach ein neues, besser entwickeltes Gerät.

Klingt das nicht total verrückt? Der Grundstein dafür ist jedoch bereits gelegt.

// Peggy

Die Quellen für diesen Beitrag findest Du hier.

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