Gibt es den Klimawandel wirklich?

Tödliche Hitzewellen, versinkende Küstenstädte, Dürren, Hungersnöte – die Folgen der globalen Erwärmung drohen katastrophal zu werden. Trotz aller Warnungen bläst die Menschheit immer mehr Treibhausgase in die Luft. Kann die Kehrtwende noch gelingen?

Die gefährliche Tropenmücke breitet sich durch die milden Winter in Nordeuropa aus. Das Korallensterben am australischen Great Barrier Reef geht aufgrund steigender Wassererwärmung weiter. Nur zwei der unzähligen Anzeichen, dass der Klimawandel in vollem Gange ist. Aber ist er auch menschengemacht?

Noch in den 1990er Jahren diskutierten Wissenschaftler kontrovers über die Ursachen der schnellen Erwärmung. Klimaschwankungen durch natürliche Prozesse wurden in Betracht gezogen. Solch ein natürlicher Prozess wäre zum Beispiel Vulkanismus. Extreme Vulkanausbrüche können das Klima verändern. In den zurückliegenden 150 Jahren war der Vulkanismus allerdings nicht ausgeprägter als in den Jahrhunderten zuvor. Ein weiteres Beispiel ist die Sonnenaktivität. Tatsächlich gibt es regelmäßige Sonnenzyklen mit stärkerer und geringerer Strahlungsintensität. Doch Satellitenmessungen zeigen, dass die Schwankungen zwischen Minimum und Maximum der Strahlung in den vergangenen Jahrzehnten viel zu gering waren, um den derzeitigen Klimawandel auszulösen.

Der wahre Grund heißt CO2

Seit den 1950er Jahren wird regelmäßig die CO2-Menge in der Atmosphäre gemessen. Verglichen mit anderen Forschungsdaten zeigt sich, dass die Konzentration heute so hoch ist wie zuletzt vor 800.000 Jahren. Natürliche Schwankungen im Erdklima gab es immer, sie entwickelten sich jedoch über sehr lange Zeiträume. Die heutige Entwicklung geht rasant vor sich. Nachweisbar ist außerdem, dass das gemessene CO2 fossilen Ursprungs ist, also aus der Verbrennung von Kohle und Öl stammt. Dabei befindet sich nur etwa die Hälfte des Kohlendioxids in der Atmosphäre, die andere Hälfte haben die Meere und die Erdbiosphäre aufgenommen.

Industrie

Das massive Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl macht die Erde zum Treibhaus. Die Prognose der führenden Klimaexperten: Wenn die Industrie- und Schwellenländer ihren Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere vier Grad ansteigen.

Allein der jährliche Ausstoß des Treibhausgases CO2 in den am schnellsten wachsenden Industrienationen China und Indien macht sämtliche Einsparungen in anderen Industrieländern zunichte. China hat mittlerweile sogar die USA überholt. Bei den Pro-Kopf-Emissionen aber liegen die USA immer noch vorn. Im Jahr 2015 kamen auf jeden US-Bürger 17 Tonnen CO2, auf jeden Einwohner Chinas nur 7,5 Tonnen. Der Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland betrug 9,9 Tonnen.

Heute gibt es so gut wie keine Klimaforscher mehr, die von einer natürlichen Entwicklung ausgehen. Die Datenlage spricht für einen sogenannten anthropogenen, einen vom Menschen ausgelösten Klimawandel. Das bestätigt auch der UN-Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) – ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium, in dem Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt mitwirken.

Dennoch gibt es nach wie vor eine Handvoll sogenannter Klimaskeptiker, die die These eines vom Menschen verursachten Klimawandels ablehnen. Sie sind vielleicht wirklich nicht von der Stichhaltigkeit der Argumente überzeugt. Oder sie sind nicht bereit, ihren Lebensstil in Frage zu stellen, auch wenn er den Planeten ruiniert. Oft aber stehen Lobbyisten aus Industrie und Wirtschaft hinter den Skeptikern, vor allem die Öl- und Kohleindustrie. Das überrascht nicht, denn diese beiden Industriezweige und ihr lukratives Geschäft stehen auf dem Prüfstand.
Katastrophen

Das Jahr 2016, so teilte die Weltorganisation für Meteorologie in Genf mit, war das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die globale Durchschnittstemperatur lag um 1,1 Grad Celsius über dem Wert der vorindustriellen Zeit. Davor war es das Jahr 2015 und davor 2014.

Mit dem Pariser Klimaabkommen, das im April 2016 mehr als 170 Staaten unterzeichneten, hat sich nun jedoch die Weltgemeinschaft auf den Klimaschutz verpflichtet. Der internationale Beschluss soll dafür sorgen, dass die Vertragsstaaten die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit halten bzw. Anstrengungen zu unternehmen, einen Anstieg auf 1,5 Grad Celsius nicht zu überschreiten.  In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sollen die Treibhausgasemissionen auf null absinken. Faktisch bedeutet dies einen vollständigen Ausstieg aus fossilen Energien wie Kohle, Öl und Gas bis zum Jahr 2050.

Dass eine globale Energiewende bis 2050 tatsächlich möglich ist, belegt der Greenpeace-Report „Energy [R]evolution“ aus dem Jahr 2015.  Eine weltweite Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien würde nicht nur den CO2-Ausstoß drosseln und das Zwei-Grad-Ziel erreichbar machen, sondern ist auch wirtschaftlich effizient: Alle für die Energiewende notwendigen Investitionen können durch die eingesparten Brennstoffkosten gedeckt werden. Dabei würden bis 2030 weltweit mehr als 20 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Es ist also an der Zeit, dem Klimawandel endlich entgegenzuwirken.

// Peggy

Die Quellen für diesen Beitrag findest Du hier.

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