Diese Antworten haben mir 12 Leute gegeben, die ich zu ihrem Leben befragt habe (Teil 2)

Hier kommt Teil 2 der Interviews, die ich mit Euch geführt habe! Für mich war es besonders spannend, beide Teile miteinander zu vergleichen. Wie unterscheiden sich die Lebenserfahrungen jüngerer Menschen von denen der Älteren? Was bleibt gleich? Wo gibt es Überschneidungsbereiche? Seht selbst!

Erich (56)

Was ist das Schönste an Deinem Leben?

Ich gehe unheimlich gerne Schwimmen, weil ich mich dabei sehr wohlfühle und obendrein auch noch etwas für meinen Körper tun kann. Auch Fahrradfahren mag ich sehr gerne. Leider habe ich oft zu wenig Zeit dazu.

Was ist das Schönste, das Du jemals erlebt hast?

Die Hochzeit mit meiner Frau. Das ist nach wie vor an erster Stelle. Sie ist wunderbar und ich finde, wir passen sehr gut zusammen. Vielleicht ist sie eher das Gegenteil von mir, aber dadurch ergänzen wir uns.

Was bereust Du in Deinem Leben am meisten?

Wenn ich diese Frage vor 10 oder 20 Jahren gefragt worden wäre, hätte ich eher eine Antwort geben können. Ich wollte damals in die Selbstständigkeit, habe den Schritt dann aber doch nicht gewagt. Rückblickend bereue ich aber berufsmäßig eigentlich nichts. Es ist alles in Ordnung so, wie es gelaufen ist.

Mit wem würdest Du gerne noch einmal sprechen und was würdest Du sagen?

Mit ein paar Kumpels von früher. Es gibt das zwei Leute, mit denen ich auch unbedingt noch reden will. Wir sind zusammen groß geworden und habe viel gemeinsam erlebt. Irgendwann ist der Kontakt dann leider abgebrochen, aber das kommt sicher wieder nach einem klärenden Gespräch.

Was fehlt Dir in Deinem Leben?

Momentan vor allem Zeit. Ich würde sie nutzen, um Fahrrad zu fahren, spazieren zu gehen und so weiter. Es wäre schön, wenn ich mehr selber gestalten und steuern könnte. Leider habe ich zu viel um die Ohren und bin dauernd unterwegs.

Was ist Dein größtes Ziel?

Einfach nur in Ruhe leben. Ganz schlicht schlafen, aufstehen, frühstücken, fahrradfahren, spazierengehen und so weiter. Natürlich müsste ich ab und zu auch etwas arbeiten, das mache ich ja auch gerne.

Was ist das Wichtigste in Deinem Leben?

Das Wichtigste sind Gesundheit, Familie, Kinder, Enkelkinder und meine Frau. Meine Familie bedeutet für mich Zufriedenheit.

Was war das Schlimmste, das Du jemals erlebt hast?

Das Schlimmste war, als meine Frau vor ein paar Jahren plötzlich umgekippt ist. Unsere Kinder waren damals noch sehr klein und ich hatte große Angst, dass ich jemanden verliere, der mir sehr wichtig ist. Das war das Allerschlimmste. Dass meine kleinen Kinder ihre Mutter verlieren könnte, war ein furchtbarer Gedanke.

Hast Du einen festen Lebensgrundsatz?

Darüber habe ich mir noch nie so richtig Gedanken gemacht. Zusammenhalt ist mir auf jeden Fall sehr wichtig. Die Familie steht für mich an erster Stelle, egal wer das ist. Kinder, Enkel, Schwiegerkinder und so weiter.

Hast Du ein Lebenslied?

Wenn ich eines hätte, würde das auf jeden Fall Peter Maffay singen. Seine Stimme hat etwas Ruhiges und Gleichmäßiges. Das finde ich sehr angenehm. Er wirkt auf mich sehr geerdet und auf dem Boden geblieben.

Die Hochzeit mit meiner Frau. Das ist nach wie vor an erster Stelle. Sie ist wunderbar und ich finde, wir passen sehr gut zusammen. Vielleicht ist sie eher das Gegenteil von mir, aber dadurch ergänzen wir uns.

Jana (37)

Was ist das Schönste an Deinem Leben?

Dass Schönste ist, dass ich unabhängig bin. Beruflich und auch privat. Wenn es nicht gerade mal brennt und viele Aufträge gleichzeitig bearbeitet werden wollen, bin ich nicht gebunden und habe eine große Entscheidungsfreiheit.

Was ist das Schönste, das Du jemals erlebt hast?

Das hat viel mit meinem kleinen Bruder zu tun. Es war eine wunderbare Erfahrung, ihn aufwachsen zu sehen und das Leben von einem kleinen Kind mitzuerleben und mitgestalten zu können. Wenn etwas zurückkommt, ist das ein gigantisches Gefühl. Man verspürt dann große Dankbarkeit.

Was bereust Du in Deinem Leben am meisten?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Am meisten bereue ich, dass ich gewisse Berufswünsche nicht umgesetzt habe. Es war aufgrund meiner Vorbildung einfach nicht möglich. Ich wollte zum Beispiel unbedingt zum Rundfunk, hatte aber kein Studium und könnte den Wunsch so gleich wieder verwerfen. Es ärgert mich manchmal, wenn ich daran denke.

Mit wem würdest Du gerne noch einmal sprechen und was würdest Du sagen?

Mit meiner Uroma würde ich gerne noch einmal einen Caro Kaffee trinken. Als sie gestorben ist, war ich noch zu jung, um tiefergehende Gespräche zu führen. Ich würde gerne einfach nochmal über Gott und die Welt mit ihr reden.

Was fehlt Dir in Deinem Leben?

Das widerspricht sich jetzt vielleicht mit meiner Antwort auf Frage 1, aber in manchen Punkten fehlt mir meine Unabhängigkeit. Durch die Arbeit von meinem Mann bin ich stark an Zuhause gebunden. Wir müssen viele Pflichttermine wahrnehmen. Es ist nicht möglich, spontan am Wochenende irgendwohin zu fahren. Ich würde ihn so gerne mal überraschen und kurzfristig sagen „Am Wochenende fahren wir weg, aber ich verrate Dir nicht wohin!“.

Was ist Dein größtes Ziel?

Zufrieden sein mit meinen Leistungen. Außerdem soll jeder in meiner Umgebung auch mit sich selbst und dem, was er/sie tut, im Reinen sein. Manche verhalten sich ab und zu so, wie man es nicht hätte tun sollen. Es ist wichtig, nach seinem Innersten zu gehen und auf sein Bauchgefühl zu hören.

Was ist das Wichtigste in Deinem Leben?

Das Wichtigste ist meine Familie. Das sind für mich mein Mann, meine engsten Verwandten und angeheiratete Partner. Familie bedeutet eine gewisse Sicherheit, aber in erster Linie das Gefühl von Zugehörigkeit.

Was war das Schlimmste, das Du jemals erlebt hast?

Es gab ehrlich gesagt noch nicht so viel Schlimmes. Klar war es furchtbar, wenn jemand gestorben ist, meine Uroma oder mein Opa zum Beispiel. Aber die waren in einem gewissen Alter, wo man mit dem Tod umgehen kann. Grundsätzlich belastet mich ein familiäres Problem im Moment sehr. Zwei Menschen, die mir sehr nahestehen, sind in einem bitteren Streit. Ich kann damit nicht umgehen. Normalerweise bin ich gerne jemand, der aktiv Probleme löst. Die Machtlosigkeit, die ich in dieser Situation habe, ist schlimm für mich.

Hast Du einen festen Lebensgrundsatz?

Ich hatte bis jetzt noch keinen, dem ich 100%ig zustimmen kann. Immer wieder musste ich viele Prinzipien über Bord werfen und Kompromisse eingehen. Man belügt sich ja selber, wenn man sagt „Ich habe diesen und diesen Grundsatz“ und dann weicht man gezwungenermaßen doch immer wieder davon ab. Grundsätzlich steht Ehrlichkeit für mich an erster Stelle.

Hast Du ein Lebenslied?
Das ist ein Lied von Michael Jackson. Ich fühle mich immer gut, wenn ich ihm zuhöre. Egal, ob er traurig oder fröhlich singt. „Give it to Me“. Das Lied ist sehr kraftvoll, hat aber auch ruhige Passagen. Zu diesem Song bin ich sogar schon einmal in einen Straßengraben gefahren, das muss ja was bedeuten! (Lacht)

Mit meiner Uroma würde ich gerne noch einmal einen Caro Kaffee trinken. Als sie gestorben ist, war ich noch zu jung, um tiefergehende Gespräche zu führen.

Mark (35)

Was ist das Schönste an Deinem Leben?

Auf jeden Fall meine Familie, meine Frau, mein Kind. Das ist der Ort, zu dem ich hingehöre und an dem ich sicher bin. Ich kann mich auf meine Familie verlassen und weiß, wo ich hingehen muss, wenn es mir schlecht geht. Sie erdet mich. Es ist zwar auch schön, wenn materiell alles passt, aber die Familie ist das Wichtigste.

Was ist das Schönste, das Du jemals erlebt hast?

Da gibt es ganz verschiedene Sachen. Es war für mich zum Beispiel sehr erfüllend, als ich mit meinem Motorrad ganz schnell auf einer Rennstrecke fahren konnte. Das war mit das Geilste, das ich jemals gemacht habe. Es ist toll, das Adrenalin im Körper zu spüren und den Nervenkitzel zu haben. Außerdem waren meine Hochzeit und die Geburt meines Sohnes die schönsten Momente in meinem Leben.

Was bereust Du in Deinem Leben am meisten?

Gar nichts. Jeder macht Fehler und aus seinen Fehlern muss man lernen. Man kann sich sonst ja gar nicht verbessern. Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich diese und jene Sache gemacht habe, dachte ich, dass ich sie richtig mache. Warum sollte ich meine Handlungen dann im Nachhinein als falsch sehen? Heute würde ich manche Sachen vielleicht anders machen, aber ich kann die Zeit eben nicht zurückschrauben. Meine Einstellung hat sicher auch damit zu tun, dass ich ein ziemlicher Optimist bin.

Mit wem würdest Du gerne noch einmal sprechen und was würdest Du sagen?

Ich würde gerne mit der ein oder anderen Ex-Freundin reden, um ein paar Dinge abschließend zu klären. Das belastet mich zwar im alltäglichen Leben nicht so sehr, aber es wäre sicher kein Fehler. Für mich ist es wichtig, dass man im Guten auseinandergeht. Außerdem würde ich noch mehr Zeit mit meinem verstorbenen Opa verbringen wollen. Ab einem gewissen Alter ist mein Kontakt zu ihm abgebrochen und wir haben uns dann nur noch selten gesehen. Gerne würde ich auch noch mit ein paar ehemaligen Freunden reden. Ich frage mich bis heute, warum der Kontakt mit ihnen so plötzlich abgebrochen ist. Es kommt mir einfach seltsam vor.

Was fehlt Dir in Deinem Leben?

Zeit. Ich habe immer so viel zu tun und zu wenig Zeit. Eigentlich bräuchte ich pro Tag 10 Stunden mehr. Ich würde Zeit für die Familie einplanen, für Sport, für Ausflüge, Hobbys, Freunde und so weiter. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich jedes Jahr weniger Zeit habe. Alles gerät unter Zeitdruck, die Entspannung fehlt und ich habe keine Ruhe mehr. Dadurch gibt es manchmal dann auch Beziehungsstress. Früher war das anders. Ich könnte mich besser entspannen und erden.

Was ist Dein größtes Ziel?

Mein allergrößtes Ziel ist es, gesund und zufrieden alt zu werden. Ich will meinem Kind meine Weisheiten weitergeben, so dass es möglichst einfach durchs Leben gehen kann. Es soll weniger Fehler machen müssen als ich. Generell hoffe ich, dass alles so bleibt wie es ist, beruflich und familiär.

Was ist das Wichtigste in Deinem Leben?

Meine Familie, meine Frau, mein Kind, ganz klar.

Was war das Schlimmste, das Du jemals erlebt hast?

Dass eine sehr lange und sehr innige Beziehung in die Brüche gegangen ist. Allerdings – und das verwundert mich selber ein bisschen – war es nur drei bis vier Wochen schlimm. Anscheinend bin ich ein Mensch, der gut abschließen, strukturieren und weitermachen kann. Vielleicht ist da auch ein bisschen Egoismus mit dabei. Ansonsten hatte ich eigentlich immer viel Glück und hatte nur wenige schlimme Situationen. Bei meiner Frau zum Beispiel sieht es da anders aus. Sie hatte es oft schwieriger und musste mehr Einsatz zeigen. Generell bin ich eher optimistisch und sehr zufrieden. Wenn ich mich beschweren würde, wäre das Jammern auf hohem Niveau.

Hast Du einen festen Lebensgrundsatz?

Lebe jeden Tag wie wenn es Dein letzter wäre. Mach die Dinge, die Du gerne machen willst. Vielleicht geht das irgendwann nicht mehr. Ich habe selber immer extrem viel unternommen und war überall dabei. Im Endeffekt bereue ich das bis heute nicht.

Hast Du ein Lebenslied?

Eigentlich nicht. Es wäre wohl irgendein fröhliches Lied, vielleicht „Beautiful Day“ von U2. Hauptsache irgendein Lied, von dem man gute Laune bekommt.

Jeder macht Fehler und aus seinen Fehlern muss man lernen. Man kann sich sonst ja gar nicht verbessern.

Petra (55)

Was ist das Schönste an Deinem Leben?

Dass ich in der Natur sein und Fahrrad fahren kann.

Was ist das Schönste, das Du jemals erlebt hast?

Meine Kindheit war eine sehr schöne Zeit. Ich war viel im Freien und immer auf Achse. Mit meinen Freunden war ich viel am Wasser, habe rumgeplantscht und Bötchen gebaut. Irgendwie bekommt man dann aber vermittelt, dass sich das ab einem bestimmten Alter nicht mehr gehört und widmet sich anderen Sachen. Es ist fast ein bisschen schade. Manchmal würde ich heute noch gerne so zwanglos spielen können wie damals.

 Was bereust Du in Deinem Leben am meisten?

Dass ich mich in der Schule nicht genug angestrengt habe. Ich hätte andere berufliche Chancen haben können.

Mit wem würdest Du gerne noch einmal sprechen und was würdest Du sagen?

Es gibt da zwei Personen und es geht bei beiden um familiäre Uneinigkeiten. Ich würde das gerne klären. Man lebt miteinander und dann stimmt hinten und vorne nichts. Ich kann mich zwar daran gewöhnen, aber ein friedliches Miteinander wäre natürlich viel besser.

Was fehlt Dir in Deinem Leben?

Manchmal hätte ich gerne mehr Bestätigung für die Dinge, die ich tue. Es wäre schön, wenn mir jemand mal sagt „das kannst du gut“. Oft ist dazu in der Familie keine Zeit da und es fehlt mir schon ein bisschen.

Was ist Dein größtes Ziel?

So lange wie möglich gesund zu bleiben und für meine Familie da sein zu können. Es ist mir auch wichtig, dass ich niemandem zur Last falle, wenn ich älter bin. Es soll sich keiner um mich kümmern und dadurch sein eigenes Leben nicht voll ausleben können.

Was ist das Wichtigste in Deinem Leben?

Man muss mit einander auskommen und aufeinander zugehen. Ich kann nicht immer nur erwarten, sondern muss auch mal über meinen Schatten springen können. Generell ist mir wichtig, dass es auf der Welt friedlicher wird und alle ein Stückchen näher zusammenrücken.

Was war das Schlimmste, das Du jemals erlebt hast?

Am schlimmsten war für mich ein Hochwasser vor wenigen Jahren. Wir hatten zwar Sandsäcke vor unser Haus gesetzt, aber das Wasser ist um das Gebäude herum in den Keller gelaufen. Wir kamen nicht mehr hinterher, es gab kein Halten. Das Haus war gerade erst gebaut und schon hatten wir teure Wasserschäden. Das hätte wirklich nicht sein müssen.

Hast Du einen festen Lebensgrundsatz?

Leben und leben lassen. Ich lasse andere in Ruhe und versuche, keine Vorurteile zu haben. Ich erwarte das auch von meinen Mitmenschen.

Hast Du ein Lebenslied?
Es gibt so viele Lieder, die ich gerne mag. Ich finde es schwierig, da jetzt eines rauszupicken. Cat Stevens gefällt mir auf jeden Fall sehr gut. Ich habe mir aber auch schon oft Michael Jackson angehört und habe fast mitgeschrien, weil ich ihn so toll fand. Außerdem mag ich auch John Denver und Leonard Cohen gerne.

Meine Kindheit war eine sehr schöne Zeit. Ich war viel im Freien und immer auf Achse. Mit meinen Freunden war ich viel am Wasser, habe rumgeplantscht und Bötchen gebaut.

Anna (83)

Was ist das Schönste an Deinem Leben?

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben und dem, was ich bisher leisten konnte. Damit meine ich meine Arbeit und die Versorgung meiner Familie und speziell meiner Enkel.

Was ist das Schönste, das Du jemals erlebt hast?

Es gab viel Schönes. Natürlich auch viel Negatives. Das Schönste war es für mich, Familie zu haben und alles, was dazugehört. Am meisten hat es mir Spaß gemacht, mit Menschen zusammen zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Kinder machen mir große Freude. Natürlich machen sie manchmal auch Ärger, aber das gehört ja dazu.

Was bereust Du in Deinem Leben am meisten?

Am meisten bereue ich, dass ich mich oft nicht durchgesetzt habe. Manches hätte ich gerne anders gemacht, aber mir waren oft die Hände gebunden. Vieles davon war durch die Zeit bedingt, in der ich groß geworden bin. Es war zum Beispiel unumstößlich, zuhause zu bleiben, wenn man Kinder hatte.

Mit wem würdest Du gerne noch einmal sprechen und was würdest Du sagen?

Da kommt mir spontan ein ehemaliger Lehrer in den Kopf. Er hieß Herr Maier und war sehr weltoffen. Zwischen ihm und dem damaligen Pfarrer ging es so ein bisschen zu wie zwischen Don Camillo und Peppone. Herr Müller war sehr naturverbunden und hatte viele Visionen, wie die Welt in der Zukunft einmal aussehen könnte. Er war aber auch sehr kommunistisch eingestellt. Sein Sohn ist letztendlich einer derjenigen gewesen, die aus Überzeugung in die DDR eingereist und dortgeblieben sind. Soweit ich weiß, hält er bis heute an der Ideologie fest.

Was fehlt Dir in Deinem Leben?

Ich hätte gerne eine bessere Gesundheit. Dann wäre ich auch zufriedener. Etwas Anderes wünsche ich mir gar nicht mehr.

Was ist Dein größtes Ziel?

Mein Ziel ist es, meinen Mann so lange versorgen zu können, wie er mich braucht.

Was ist das Wichtigste in Deinem Leben?

Dass ich mit mir selbst im Reinen bin und zufrieden sein kann. Ich stecke meine Ziele nicht mehr so hoch und nehme mir weniger Dinge vor, die ich nicht mehr machen kann. Das sind manchmal ganz einfache Dinge wie Gartenarbeit und so weiter.

Was war das Schlimmste, das Du jemals erlebt hast?

Der Krieg und die Nachkriegszeit. Viele Verwandte sind nicht mehr zurückgekommen, haben ihr Leben verloren. Die Bevölkerung war sehr arm. Oft hat auch das Nötigste zum Leben gefehlt, zum Beispiel Kleidung und Nahrung.

Hast Du einen festen Lebensgrundsatz?

Ich muss vor mir selber verantworten können, was ich tue. „Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem andren zu!“

Hast Du ein Lebenslied?

Es gibt glaube ich kein Lied, das mein Leben gut beschreiben würde.

Ich hätte gerne eine bessere Gesundheit. Dann wäre ich auch zufriedener. Etwas Anderes wünsche ich mir gar nicht mehr.

Judith (51)

Was ist das Schönste an Deinem Leben?

Meine Kinder. Das kann ich ganz schnell beantworten.

Was ist das Schönste, das du jemals erlebt hast?

Ich habe mal einen tollen Urlaub mit Arbeitskolleginnen in England gemacht. Eine Woche London und dann noch den Rest von Südengland. Wir waren damals echt verrückt und haben gemacht, was wir wollten. Wir hatten keine Ahnung, wie wir wo hinkommen sollten und wie es dann weitergeht. Schließlich haben wir uns am Flughafen ein Auto geliehen, haben jeden Tag Bed & Breakfast gemacht und uns neu entschieden, wo wir hinwollen. Am Schluss hat zwar ein Spiegel am Auto gefehlt, aber es war trotzdem eine wunderbare Erfahrung.

Was bereust Du in Deinem Leben am meisten?

Dass ich erst sehr spät ein richtiges Selbstbewusstsein gefunden habe. Früher war ich sehr manipulierbar, extrem angepasst. Ich habe immer versucht es allen recht zu machen, sowohl zuhause als auch auf der Arbeit. Letztendlich auch bei der Heirat. Inzwischen vertrete ich die Sachen, dir mir wichtig sind. Das bedeutet für mich eine große Freiheit.

Mit wem würdest Du gerne noch einmal sprechen und was würdest Du sagen?

Ich würde gerne noch einmal mit meiner verstorbenen Großmutter reden. Wenn sie früher weniger dominant gewesen wäre, wäre es meiner Mutter oft sehr viel besser gegangen. Dass sie manchmal so schwierig war, lag einfach an ihrer Erziehung. Sie musste im Krieg als ältestes Kind der Familie für ihre Geschwister sorgen. Ihre Brüder waren eingezogen und kämpften im Krieg. Auf ihren Schultern lastete eine riesengroße Verantwortung. Ich fand es trotzdem oft schlimm zu sehen, dass meine Mutter dadurch immer in eine Zwischenrolle gedrängt wurde. Sie musste andauernd zwischen zwei Generationen vermitteln und oft Dinge verteidigen, hinter denen sie selbst vielleicht gar nicht stand.

Was fehlt Dir in Deinem Leben?

Ich würde gerne manche Dinge anders oder ganz ungeschehen machen. Auf die Erziehung meiner Kinder bezogen würde ich zum Beispiel heute viele Dinge nicht mehr so verkrampft sehen und mich nicht mehr an anderen orientieren. Ich würde vertreten was ich für richtig empfinde und fertig.

Was ist Dein größtes Ziel?

Dass ich mein Leben abschließen kann, ohne zu viele Fehler gemacht zu haben. Ich will meine Kinder glücklich sehen und sicher sein können, dass sie ihren Weg gehen. Sie sollen privat wie beruflich zurechtkommen und glücklich sein.

Was ist das Wichtigste in Deinem Leben?

Ganz klar die Familie, einfach einen Ort zu haben, wo man glücklich und zufrieden ist. Man sieht die Kinder aufwachsen, alle haben ein gutes Verhältnis und Vertrauen zueinander. Für mich bedeutet Familie vor allem, dass man sich aufeinander verlassen kann.

Was war das Schlimmste, das Du jemals erlebt hast?

Es war für mich immer sehr schlimm, wenn jemand aus der Familie krank war oder gestorben ist. Der Tod meiner Großmutter war für mich zum Beispiel besonders schwer zu verkraften. Sie war für mich seit ich klein war ein intensiver Teil meines Lebens. Außerdem noch furchtbar für mich war es, als mein Vater Krebs hatte. 

Hast Du einen festen Lebensgrundsatz?

Leben und leben lassen. Andere haben die gleichen Rechte wie ich. Man muss tolerant sein, Menschen ihren Weg gehen lassen und manchmal auch loslassen können. Damit meine ich auch die eigenen Kinder.

Hast Du ein Lebenslied?
My Way“ von Frank Sinatra.

Man muss tolerant sein, Menschen ihren Weg gehen lassen und manchmal auch loslassen können. Damit meine ich auch die eigenen Kinder.

// Sebastian

Mit welchen Antworten könnt Ihr Euch am besten identifizieren? Was seht Ihr ganz anders? Wünscht Ihr Euch mehr Geschichten wie diese? Welche Fragen fehlen noch?

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