Die 3 bekanntesten Geheimbünde

Um Geheimbünde ranken sich seit Jahrhunderten zahllose Mythen. Wir haben 3 davon näher unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass sie teilweise gar nicht so geheim sind.

Freimaurer

Die Freimaurerei hat sich seit Februar 1723 weltweit verbreitet. Nur wenige diktatorische und fundamentalistische Staaten sind nicht vertreten. Es gibt weltweit etwa 4 – 6 Millionen Mitglieder, die sich Brüder nennen. Jeder Bruder gehört einer Loge in seiner Nähe an. „Die Freimaurerei ist stark auf den einzelnen Menschen ausgerichtet und bemüht, ihn sittlich zu vervollkommnen.“ sagt Helmut Reinalter in seinem Buch „Die Freimaurer“. Sie tritt für Toleranz, freie Entwicklung der Persönlichkeit, Brüderlichkeit und allgemeine Menschenliebe ein. Freimaurer glauben unter anderem auch an ein friedliches Miteinander der Völker und Kulturen.

Tatsächlich war die Freimaurerei in Deutschland, wie in allen anderen demokratischen Staaten, niemals ein Geheimbund. Friedrich II. (der Große) beispielsweise war Initiator der ersten deutschen Großloge und setzte sich für die Bildung neuer Logen ein. Unter Hitler wurde die Freimaurerei allerdings verboten, da sie im Gegensatz zu den politischen Zielen stand. In manchen anderen autoritären oder absolutistischen Ländern war es notwendig, die Freimaurerei im Verborgenen zu betreiben. Heute sind alle Logen eingetragene Vereine. Im Allgemeinen geben sich die Freimaurer nach außen sehr transparent. Nur wenige interne Angelegenheiten unterliegen der strengen Geheimhaltung.

Beitreten kann übrigens „jeder freie Mann von gutem Ruf“ ab 18 Jahren. Frauen sind also von den Männerlogen ausgeschlossen, was unter anderem historisch bedingt ist. Allerdings haben sich in Deutschland nach 1945 unabhängig von den Freimaurern auch Frauenlogen gebildet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt ca. 20-50 Euro pro Monat.

Berühmte ehemalige Mitglieder waren beispielsweise George Washington, Benjamin Franklin, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt. Unter anderem durch diese Mitglieder steht der Freimaurerbund im Fadenkreuz von Verschwörungstheorien. Eine besagt, dass der amerikanische Präsident von den Freimaurern gelenkt würde. Eine andere, dass die Freimaurer eine neue Weltordnung schaffen oder die Weltherrschaft an sich reißen wollen.

Symbol-Freimaurer
Illuminati

Hervorgegangen ist der 1776 von Adam Weishaupt, einem Ingolstädter Provinzgelehrten, gegründete Bund aus der Freimaurerei. Deren Logen stellten damals eine Art Gegenöffentlichkeit zur offiziellen Welt des Ancien Régime dar. Das Ziel der Illuminaten war die Abschaffung jeder Herrschaft des Menschen über den Menschen. Die Illuminaten wollen dazu beitragen, schreibt der Ordensgründer Weishaupt, die Welt zu einem „Aufenthaltsort vernünftiger Menschen“ zu machen, in welchem „Fürsten und Staaten entbehrlich“ würden. Dieses Ziel wollten sie erreichen, indem sie durch praktische Aufklärung die Herrschaft allmählich überflüssig und damit verhasst machen. Im Jahre 1785 wurde die Verschwörung von der bayrischen Polizei aufgedeckt und auseinandergetrieben. Eine Reorganisation gelang wenige Jahre später im norddeutschen Raum, deren Wirken liegt jedoch weitgehend im Dunkeln. Aufgrund dessen werden die Illuminaten seither mit diversen politischen und wirtschaftlichen Verschwörungstheorien in Verbindung gebracht.

Bilderberger

Vorneweg: Die Bilderberger und deren Konferenz gibt es tatsächlich. Als Bilderberger werden die Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz bezeichnet, die alljährlich abgehalten wird. 120 bis 150 ranghohe Persönlichkeiten aus Europa und Nordamerika nehmen an der Konferenz teil. Darunter aktuelle und frühere Staatschefs, Diplomaten, Wirtschaftsbosse, Militärs, Adlige, Intellektuelle und Journalisten. Besprochen werden die großen Themen der Welt, ohne den Druck, gegenüber der Öffentlichkeit Rechenschaft über genauere Inhalte oder Entscheidungen ablegen zu müssen.

Jahrzehntelang wusste fast niemand von der Existenz der Konferenz, welche erstmals 1954 stattfand. Seit wenigen Jahren hat die Organisation eine Website, auf der die Liste der Teilnehmer und die Schlüsselthemen bekannt gegeben werden: Aus Deutschland vertreten waren beim letzten Treffen in Dresden am 7. Juni 2016 zum Beispiel Ursula von der Leyen, Thomas Ebeling (ProSiebenSat.1), Joe Kaeser (Siemens), Mathias Döpfner (Axel Springer SE) und Thomas de Maizière. Das geheime Treffen wird von einem Lenkungsausschuss unter Führung von Henri de Castries, Vorstandschef des französischen Versicherungskonzerns Axa organisiert und findet unter stärksten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Viel Spielraum also für Verschwörungstheoretiker. Die Teilnehmer sind je nach Sichtweise die globalen Nazis oder das Finanzjudentum – und für manche auch einfach die Echsenmenschen. Autor Andreas von Rétyi wiederum macht die Bilderberger ganz konkret für eine ganze Reihe von Ereignissen verantwortlich: Die Ölkrise 1973, die deutsche Wiedervereinigung und den Irakkrieg.

Doch die Bilderberger bilden nicht die einzige geheime Konferenz auf der Welt. Vergleichbare Treffen sind zum Beispiel die Münchner Sicherheitskonferenz, die Trilaterale Kommission, das Council on Foreign Relations oder das Weltwirtschaftsforum in Davos.

// Peggy

Die Quellen für den Beitrag findest du hier.

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