Arbeit von Frauen ist weniger wert

Seit Jahren herrscht in Deutschland eine klaffende Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen. Besonders hart trifft es Arbeitnehmerinnen in freien Berufen und aus dem wissenschaftlich-technischen Sektor. Sie verdienen etwa 31% weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Ursachen für die Ungleichheit sind vielschichtig und nicht einfach aus dem Weg zu räumen. Wir haben mit Arbeitnehmervertretern und Gleichstellungsbeauftragten über die Gender Pay Gap diskutiert.

Kein gleiches Geld für gleiche Arbeit? „Doch“, sagt Walther Mann, Ortsvorstand der IG-Metall in Würzburg. „Das ist aber gar nicht das Kernproblem. Frauen und Männer in gleichen Entgeltgruppen verdienen natürlich gleich. Das Problem liegt darin, dass Frauen oft erst gar nicht in höhere Entgeltgruppen hineinkommen!“ Das liege an schlechteren Fortbildungsmöglichkeiten und an der Bevorzugung von Männern bei der Einstellung. „Für Arbeitgeber ist es vor allem problematisch, dass eine Frau schwanger werden könnte und sich dadurch ihr beruflicher Werdegang verzögert. Unsere Aufgabe als Gewerkschaft muss es deshalb sein, Aufstiegschancen und die Gleichbehandlung von Frauen zu fördern. Das geht nur mit unternehmensinternen Frauenbeauftragten, die entsprechende Maßnahmen einleiten können. Wir müssen Abschied nehmen von dieser männerdominierten Welt.“

 

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Regelung durch Gleichbehandlungsgesetz

Offiziell und grundsätzlich ist die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz aufgrund ihres Geschlechts verboten. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) stellt Pflichten für Arbeitgeber dar und zeigt auch auf, welche Konsequenzen diskriminierende Handlungen haben können. De facto wissen benachteiligte Frauen aber oft nicht, dass sie wegen ihres Geschlechts ungleich behandelt wurden.

Arbeit der Gleichstellungsstelle

„Im Lohnbereich gibt es noch viel zu tun“, sagt auch Petra Müller-März, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Würzburg. „Mit Gleichstellung hat es herzlich wenig zu tun, wenn Frauen und Männer mit gleicher beruflicher Qualifikation unterschiedlich entlohnt werden. Deshalb versuchen wir, für dieses Thema zu sensibilisieren.“ Evelyn Bausch, Frauenreferentin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Würzburg, erklärt: „Uns ist es wichtig, Frauen zu stärken. Wir geben dazu regelmäßig Unterricht an Schulen und veranstalten Vorträge und Aktionsstände zum Thema.“

 

Hier kannst Du Dir das Interview von Petra Müller-März und Evelyn Bausch im Podcast anhören!


Aktionsbündnis zum Equal Pay Day

So ist beispielsweise auch ein Aktionsbündnis zum Equal Pay Day entstanden. Petra Müller-März ist Sprecherin: „Der Equal Pay Day zeigt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern auf.“ Theoretisch arbeitet eine Frau bis zu diesem Tag kostenlos, um ab dann den gleichen Lohn wie Männer zu erhalten. In diesem Jahr ist der Equal Pay Day der 18. März.Zur offiziellen Seite des Aktionstags geht es hier. Am 13. März findet außerdem ein Vortrag über Selbstmarketing für Frauen an der Volkshochschule Würzburg statt.// Peggy

Die Quellen für den Beitrag findest du hier.

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